Probenarbeit des Internationalen Opernkurses 2011
In der Woche nach Ostern waren die Gesangssolisten des 56. Internationalen Opernkurses der Jeunesses Musicales Deutschland für eine erste Arbeitsphase zu Gast in der Musikakademie Schloss Weikersheim. Dabei stand neben musikalischen Proben ein intensives körperliches Training auf dem Probenplan.
Leichtfüßiges Hochleistungstraining
In der Oper singen Heldentenöre auch sterbend noch die schönsten Arien. Je dramatischer das Geschehen, desto ergreifender. Aber was auf der Bühne mühelos und selbstverständlich wirkt ist harte Arbeit und erfordert von Sängerinnen und Sängern körperliche Fitness und Körperbeherrschung. Mit den Fingern über die Fußsohlen streichen oder trommeln, fest mit beiden Beinen auf dem Boden oder leichtfüßig auf Zehenspitzen stehen – mit kreativen Übungen sensibilisierte die Choreographin Grazyna Przybylska-Angermann, die an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt unter anderem das Fach Rhythmik unterrichtet, die jungen Sängerinnen und Sänger für den eigenen Körper und den der Bühnenpartner.
Mit spielerischen Bewegungen und gezielten Atemübungen erkundeten die Kursteilnehmer die Verbindung von Stimme und Körper und lernten, wie sie durch gezieltes Anspannen und Entspannen der Muskulatur auch in schwierigen Passagen eines Stücks die nötige Stimmkraft mobilisieren und abrufen können. Richtig gestützt, sind dann auch schnelle oder ungewöhnliche Bewegungen auf der Bühne kein Problem mehr. Einmal in Schwung, wurde im Training sogar während einer Rolle seitwärts noch gesungen.
Bestens eingestimmtes Ensemble
Die intensive körperliche Arbeit schuf rasch eine Vertrautheit der Teilnehmer untereinander, so dass ein lockerer Umgang und herzhaftes gemeinsamen Lachen die Arbeitsatmosphäre in der Weikersheimer Stadthalle prägten. Und auch musikalisch haben sich die Nachwuchssängerinnen und –sänger in dieser ersten gemeinsamen Probenwoche bereits bestens aufeinander eingestimmt. Aus 15 jungen Solisten aus neun Nationen formte sich ein Ensemble für die Produktion der Mozart-Oper.
Humorvoll und beschwingter Klang
Der renommierte Dirigent und Mozart-Spezialist Bruno Weil arbeitete mit dem Opernnachwuchs intensiv an der musikalischen Interpretation. Wie soll sie klingen, die Arie der Zofe Despina? Oder das Duett, wenn Ferrando der Dame seines Herzens, die aber bereits vergeben ist, seine unglückliche Liebe gesteht? Der Dirigent vermittelte den Sängerinnen und Sängern mit klaren Anweisungen, welche Vorstellung er vom Mozartklang hat: Leicht und beschwingt soll er sein und in jedem Ton der Humor von Wolfang Amadé klingen.
Nach diesem ersten „Aufwärmtraining“ beginnt ab Mitte Juni auf der großen Bühne im Schlosshof die heiße Phase für das internationale Ensemble. In den Open-Air-Vorstellungen der Jungen Oper Schloss Weikersheim ab dem 21. Juli werden sich die jungen Sängerinnen und Sängern dem Publikum dann sowohl körperlich als auch stimmlich in Höchstform präsentieren.








