
Verleihung Deutscher Jugendorchesterpreis 2010/2011
„Der etwas andere Wettbewerb“ wäre eine gute Umschreibung dessen, was die Jeunesses Musicales Deutschland mit dem Deutschen Jugendorchesterpreis prämiert. Der Wettbewerb, der durch den Jugendorchesterverband 2010/2011 bereits zum siebten Mal bundesweit durchgeführt wurde, steht unter der Schirmherrschaft von Bundesjugendministerin Dr. Kristina Schröder. Am 5. November 2011 wurden die Gewinner im Rahmen einer Festveranstaltung auf Schloss Weikersheim ausgezeichnet – ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr des musikalischen Jugendverbands.
Der Deutsche Jugendorchesterpreis stellt die eigenverantwortliche Umsetzung eines Konzertprojekts durch die Jugendlichen in den Vordergrund und zeichnet neben der musikalischen Qualität auch die kreative Umsetzung eines Konzertprogramms aus. „Junge Musikerinnen und Musiker erfahren, dass es vom Einsatz jedes Einzelnen abhängt, dass die gemeinsame Sache gelingt“, so JMD-Präsident Dr. Hans-Herwig Geyer im Rahmen der Preisverleihung. „Es ist ein entscheidendes jugendpolitisches Ziel, junge Menschen zur Mitwirkung einzuladen und zu befähigen“, so Dr. Joachim Golla, der stellvertretend für die Ministerin die Urkunden überreichte. „Dabei ist uns ein Partner wie die Jeunesses Musicales Deutschland mit ihren beispielhaften Projekten in diesem Bereich hoch willkommen.“
Musik vernetzt
Mit der Vorgabe eines Wettbewerbsmottos möchte die JMD zugleich die Kreativität anregen und viel Raum für originelle Konzertprojekte lassen. Denn immer soll es auch darum gehen, das Orchesterkonzert zu einem Erlebnis für das Publikum zu machen und dabei neue Ideen für die Konzertgestaltung zu entwickeln. 2010/2011 lautete das Motto „Musik vernetzt“. Und die Orchester hatten zahlreiche Ideen, um musikalische Verbindungen zu knüpfen – im Konzertsaal, in der Schule und ihrer Stadt. Sie nutzen Kommunikationsnetze wie Internet und Handy für ihr Projekt oder schufen musikalische Querverbindungen. Wie vielfältig und kreativ die Einfälle waren, davon erhielten die geladenen Gäste, darunter Bürgermeister Klaus Kornberger, in einer kurzen Präsentation, mit der die Jugendlichen selbst ihre Konzertprojekte vorstellten, einen lebhaften Eindruck.
Zuckerschock und Helden in der Orchesterlounge

- Ein Brandenburgisches Konzert von J.S.Bach – „Das rockt!“ fand das Orchester des Podium Festivals und spielte deshalb sein Konzert in einer Discothek. Foto: Podium Esslingen.
Mit dem ersten Preis und 1.500 € wurden die Podium Festival Strings des Jungen Europäischen Musikfestivals Esslingen ausgezeichnet. Junge Musikerinnen und Musiker hatten eigenverantwortlich ein Musikfestival erfunden und organisiert, dessen Aufführungsformen mit Begriffen wie „Konzert-Happening“, „Orchester-Lounge“ oder „Classical-Jam“ nur annähernd beschrieben wären – ein außerordentliches musikalisches Gemeinschaftserlebnis. Den mit 1.000 € versehenen 2. Preis erhielt das Jugendsinfonieorchester Ludwigsburg. Mit seinem "Zuckerschock Fairy"-Programm vernetzte das Orchester Klassik und HipHop. Die Akteure brachten ein Märchen von Liebe und Kulturschock auf die Bühne und einen ganzen Konzertsaal zum Tanzen. Ein dritter Preis und 500 € gingen an das Landes-Jugend-Symphonie-Orchester-Saar für sein Programm „Heroes – damals und heute“. Die Internetsymphonie des chinesischen Komponisten Tan Dun war ein Bestandteil des Konzerts, mit dem das Orchester aufregende multimediale und musikalische Verbindungen knüpfte. Die Preisgelder wurden von der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) zur Verfügung gestellt. Der Verband der Berufsorchester unterstrich damit die Bedeutung des Wettbewerbs als einen unverzichtbaren und wertvollen Beitrag für die kulturelle Jugendbildung in Deutschland. Der Vertreter der DOV, Werner Burkhoff, selbst Mitglied des Radiosinfonieorchesters zeigt sich darüber hinaus beeindruckt von der Konzentration und vom hohem Niveau, auf dem Jugendliche musizierten.Am Wettbewerb beteiligt hatten sich junge Orchester aus ganz Deutschland.
Kreativität non stop
Um das große Engagement nicht nur der Preisträger zu würdigen, hatte die JMD vom 4.-6. November Musikerinnen und Musiker derjenigen zwölf Orchester, die für die Finalrunde des Wettbewerbs nominiert waren, zu einem Camp in die Musikakademie Schloss Weikersheim eingeladen. Unter Leitung von Martin Lentz (Jena) erarbeiteten sie mit viel Elan und Spaß an der Sache ein Musikprogramm, das ihren Horizont erweiterte. Sie lernten Mitglieder anderer Orchester kennen, tauschten Ideen und Erfahrungen aus. Dass junge Musiker, wenn sie erst einmal Feuer gefangen haben, nicht zu stoppen sind, wenn es um kreative Ideen geht, zeigte ihr Auftritt im Rahmen der Preisverleihung. Innerhalb von zwei Tagen hatte das bunt zusammen gewürfelte Jugendorchesterpreis-Camp-Orchester ein kleines Konzertprogramm erarbeitet. Mit Bravour meisterten die Jugendlichen eine Promenade von George Gershwin und einen rumänischen Volkstanz von Bela Bartok. Auf dem Programm standen auch zwei zeitgenössische Kompositionen von Charlotte Seither, die sie im Rahmen ihres Engagements als Stadtkomponisten 2003 in Weikersheim komponiert hatte, und als beschwingte Zugabe der Tango: „Sie sehen heute wieder reizend aus, gnädige Frau“. Das Publikum war begeistert und feierte die Jugendlichen für ihr Engagement und ihre musikalische Kreativität.
Foto oben: Klassik und HipHop – geht das zusammen? Ja! bewies Jugendsinfoniorchester Ludwigsburg mit seinem Wettbewerbskonzert. Foto: Yakub Zeyrek.
Partizipation groß geschrieben!
Der Deutsche Jugendorchesterpreis der JMD fordert die Kreativität und Eigeninitiative junger Musiker heraus.
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