Felia Konrad
JM-Botschafter*in, Streich- und Sinfonieorchester Heimschule Lender
Störung der Normalität
Manchmal frage ich mich, ob die Jeunesses Musicales eigentlich weiß, was sie da angerichtet hat. Weil niemand einem vorher sagt, dass ein Ort wie Weikersheim nicht einfach nur Musik macht – sondern Menschen verändert. Nicht laut, nicht spektakulär, sondern so unaufdringlich und tief, dass man Jahre später merkt, wie etwas in einem weiterklingt.
Vielleicht ist genau das das Verrückte an der JMD: Sie tut so, als wäre sie nur ein „Verein“. Dabei ist sie eher eine Art musikalische Störung der Normalität. Eine, die dich zwingt, mutiger zu sein, als du geplant hattest. Die JMD ist kein Wohlfühlprogramm. Sie ist eher ein Spiegel, der einem die Frage stellt: „Und? Was willst du wirklich sagen? Was willst du sein und wo willst du hin?“
Jeunesses Musicales bringt Menschen zusammen, die sich sonst nie begegnet wären – und lässt sie etwas erschaffen, was keiner allein gekonnt hätte. Beim Deutschen Jugendorchesterpreis und in meiner Rolle als JM-Botschafterin habe ich nicht Grenzen kennengelernt, sondern Möglichkeiten. Verantwortung fühlt sich dort nicht schwer an, sondern sinnvoll. Man organisiert, probt, entscheidet, zweifelt – und merkt irgendwann: Musik hält das alles zusammen. Nicht, weil alles perfekt läuft, sondern weil man gemeinsam wächst.





