Theo Geißler
Herausgeber der neuen musikzeitung, Inhaber des Con Brio Verlags und Ehrenmitglied der JMD
Meine Begleiterin
Schon mein erstes Zusammentreffen 1969 mit der Jeunesses, damals noch „Musikalische Jugend“ – war kulturpolitisch definiert: Als engagierter 68er hatte ich von meinem Studi-Arbeitgeber Bernd Bosse erfahren, dass die JM in Belgien 1942 als kulturelle Widerstandsbewegung gegen die Nazis wirksam war. Im 1952 durchaus noch nicht entnazifizierten und von zeitgenössischer Musik entblößten Deutschland fand sich eine Gruppe kulturell engagierter Menschen sowohl politisch wie musikalisch vielseitig wirksam zusammen – mit ihrem Mitteilungsorgan – eben Musikalische Jugend – namensgleich. Als Jungredakteur dieser Zeitschrift verschaffte ich mir meine ersten journalistischen Erfahrungen – am liebsten mit Glossen und des öfteren überspitzter Kritik. Legendär meine Verdichtung eines eigentlich feinen Artikels des damaligen Vorstandsmitgliedes Michael Jenne. Seine komplexe Argumentation für qualitätvolle musikalische Bildung fasste ich – aus Platzgründen – zur Schlagzeile: „Es bedarf des Musiklebens“ zusammen. Dennoch ertrug mich die damalige Jeunesses-Spitze, ermöglichte mir das flackrige TV-Erlebnis der ersten Mondlandung als Schreiberling beim Weltkongress in Budapest. Gestattete mir die Beleidigung der italienischen JM-Präsidentin Baronin Lana della Quara anlässlich des Weltkongresses in Florenz: („Verrottete Mozartkugeln statt Innovation“). Wählte mich dennoch anläßlich des Weltkongresses 1972 zum Pressefex (und in den Vorstand), worauf hin ich mir vor Eifer ein paar Zehen brach und nicht besonders erfolgreich war.





